Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!

Ein Bericht von Carolin Billmayer und Ramona Vogt

Tag 1 – let's go!

Das Abenteuer Berlin 2011 startete am Montagmorgen des 19. September gegen 07:30 Uhr am Günzburger Bahnhof. Die versammelte Mannschaft, müde und kaffeebedürftig, begab sich zusammen mit den begleitenden Lehrkräften Frau Helga Hämmerle und Frau Christina Jeske in Richtung Bus. Unsere Fahrt begann gegen 08:00 Uhr, als auch der letzte Langschläfer den Weg zum Bus gefunden hatte.

Nach zehn ermüdenden, von Schlaf und lauter Musik geprägten Stunden Fahrt, in denen gefühlte 1000 Euro allein für den alle zwei Stunden stattfindenden Toilettengang und den Halt bei McDonalds draufgingen, erreichten wir unser Ziel, fernab von unserem heimeligen Bayern.

Hoch spannend und Nerven aufreibend folgte am Abend die Zimmerverteilung und die erste Erkundung der Berliner Innenstadt. So zum Beispiel das erste Highlight dieser Studienfahrt, die Arkaden, die nach unserem Besuch erst einmal ihre Vorräte aufzustocken hatten, da 28 hungrige Mäuler gestopft werden mussten. Darauf wurde das Sony Center am Potsdamer Platz (nicht in Potsdam!) besucht, von dessen architektonischer Schlichtheit alle ergriffen und sprachlos waren.

Schon am ersten Tag fielen wir abends wie klinisch tot in unsere Hotelbetten und verbrachten unsere erste Nacht in Berlin mehr oder weniger ruhig und unauffällig (wie immer).

Tag 2 – „Was hat uns das jetzt gebracht?"

Dieser Tag begann um 06:00 Uhr morgens unausgeschlafen, mit halb offenen Augen an einem Frühstückstisch, der beinhaltete, was unsere zarten Herzen begehrten. Kein Wunsch blieb uns dabei verwehrt, doch wir hatten nicht genug Zeit, um uns all den Köstlichkeiten hinzugeben, denn um 07:45 Uhr wurden wir bereits zum Aufbruch erwartet. („Wo sind die denn? Das geht doch nicht, dass die immer zu spät kommen!")

Unser erstes Ziel, die „Berliner Unterwelten", erreichten wir gut eine halbe Stunde später. Wir alle verstanden das Drängen nicht, dem wir uns hatten unterziehen müssen, denn wir warteten fast noch eine Viertelstunde, bis uns die Pforten geöffnet wurden. Ein netter Herr des „Berliner Unterwelten e. V.s" war so freundlich, uns durch einen Teil des unterirdischen Netzes von Berlin zu führen und uns ausführlich zu informieren und somit dramatische Bilder in unseren Köpfen entstehen zu lassen über die Ereignisse, die sich vor unserer Zeit hier abgespielt hatten.

Als wir Licht am Ende des Tunnels sahen und wir endlich wieder auftauchten und unsere Augen sich an das grelle Tageslicht gewöhnt hatten, wurde uns Zeit zur Verfügung gestellt, um das zu tun, was alle Mädchen dieser Welt tun müssen – unnötig Geld auszugeben, im Volksmund auch bekannt als „Shoppen".

Nachdem sich unsere Kreditkarten wieder abgekühlt hatten und wir alle hofften, mit dem restlichen uns noch verbleibenden Häufchen Geld die nächsten Tage überhaupt überleben zu können, wurden wir zur Gedenkstätte der Berliner Mauer in die Ackerstraße gefahren. Vom Aussichtsturm aus genossen wir die Sicht auf den Fernsehturm, den Alexanderplatz und schossen unzählige Erinnerungsphotos, um diesen besonderen Augenblick für immer festzuhalten.

„Nicht anfassen oder photographieren!" Dieses Plakat strahlte uns circa eine Stunde später ins Gesicht. Wir hatten den Checkpoint Charlie erreicht, die wohl größte Abzocke in ganz Berlin. Für ein Photo am Übergang vom sowjetischen Sektor zum amerikanischen wurden stolze 50 Cent verlangt. Wir waren empört. Uns blieben dort circa 15 Minuten, um Souvenirs für unsere lieben Daheimgebliebenen zu besorgen, und unsere Begleitpersonen nutzten dies für eine kleine Kaffeepause zwischendurch.

Es war unfassbar. Wir konnten tatsächlich von dem uns verbleibenden Geld überleben. Wir wagten es sogar, einen Blick ins KaDeWe („Kaufhaus des Westens") zu werfen, wo sich unsere Augen zu Vierecken verwandelten. Eine ernst zu nehmende Shoppingtour kam da leider nicht in Frage, denn von irgendwas mussten wir uns ja auch noch ernähren. Zuvor besuchten wir noch kurz die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, zu kurz wegen der interessanten Atmosphäre auf dem Breitscheidplatz.

Und nun zu einem Highlight dieser Abschlussfahrt – dem Reichstag. Kaum etwas beeindruckte uns mehr als die Menge an Informationen, die dort buchstäblich über uns hereinbrach, und die Glaskuppel, von der aus wir am Abend einen tollen Rundblick hatten. (Wirklich!)

Zum Schluss dieses langen Tages war unser letzter Programmpunkt das Brandenburger Tor, an dem wir von Polizisten fast verdrängt wurden, die dort wegen des türkischen Ministerpräsidenten und des Papstbesuches Wache standen. Ein Erinnerungsphoto war dennoch möglich.

Tag 3 - Prinzessinnen hausen im Schloss

Nach zweieinhalbstündiger Stadtrundfahrt hatten wir endlich unser Ziel für den heutigen Tag erreicht – Potsdam, bekannt wegen Schloss Sanssouci und dem angrenzenden Park. Eine nette Dame führte uns durch die Gemächer des Neuen Palais und informierte uns z. B. darüber, wie dort Friedrich der Große oder Wilhelm II. damals lebten.

Am Abend folgte unser Lieblingsprogrammpunkt, der uns auf ewig im Gedächtnis bleiben wird: die Show „Forever young" im Wintergarten. Wir waren begeistert von Musik, Spiel, Bühnenbild, Bedienung und Lichteffekten; besonders ein Akteur zog unsere Aufmerksamkeit auf sich: Phil Os. Ihm widmeten wir unseren Eintrag im Gästebuch und... heute sind wir der Meinung, er war doch gar nicht so toll.

Tag 4 - House of wax

Unser letzter Tag brach an und wir fuhren los, um uns zuerst an der Schokolade im Schokoladenhaus sattsehen zu können. Wer wollte, konnte daneben einen Blick ins Hilton-Hotel werfen oder auch einfach nur davor stehen bleiben und die unfassbar teuere Fassade bewundern.

Apropos bewundern: Es gab an diesem Tag auch noch andere Dinge, die bewundert werden mussten. So zum Beispiel Robert Pattinson und andere Hollywood-Stars, die sonst nicht einmal in unseren Träumen erreichbar sind. Aber jetzt wurden Erinnerungsphotos in Madame Tussauds gemacht, an der Seite von Michael Jackson, David Garrett und Robbie Williams, deren Ausführung wir wohl lieber nicht weiter vertiefen wollen.

Die letzte große Unternehmung in Berlin war die Fahrt nach Hohenschönhausen, um dort das ehemalige Stasi-Gefängnis zu besuchen. Wieder einmal wurden wir mit Infos überschüttet, wie schon so oft in dieser Woche, doch wir konnten alle aufmerksam folgen und für viele Interessierte wurde das Stasigefängnis zu einem weiteren Höhepunkt unseres Berlinbesuchs.

Zum krönenden Abschluss durften wir noch einmal nach Herzenslust unserem allerliebsten Hobby nachgehen – dem Shoppen. Wir kratzten unsere letzten Cents zusammen, schlachteten unsere Sparschweine und stürmten gemeinsam das „Alexa", um noch die letzten Andenken zu kaufen oder einfach nur, um letzte Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu besorgen.

Tag 5 - Home, sweet home

Unsere Studienfahrt neigte sich dem Ende zu und wir waren alle froh, als wir morgens in den Bus Richtung Heimat stiegen. Ein großer Dank gilt natürlich unserem Busfahrer Helmut, der uns die ganze Woche begleitet und uns sicher von G nach B und zurück gebracht hatte. Danke Helmut!

Endresultat

Im Großen und Ganzen können wir von unserer Studienfahrt nur sagen, dass Berlin trotz mancher Tiefen eine Reise wert war. Großer Dank gilt Frau Hämmerle, die das Abenteuer Berlin mit uns gewagt hat, und auch Frau Jeske, die versucht hat, uns Berlin schmackhaft zu machen.

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