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Urkunde für Maria-Ward-Realschule Günzburg

 

Der Bayerische Stenografenverband führt in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium jährlich das Bayerische Schülerleistungsschreiben durch. Am diesjährigen Wettbewerb nahmen rund 35 000 Schüler(innen) teil. Die Maria-Ward-Realschule Günzburg wurde in diesen Tagen für die erfolgreiche Teilnahme mit dem 2. Platz in der Kategorie
„Autorenkorrektur 2“ mit einer Urkunde und einem Geschenk ausgezeichnet. Die Aufgabe bestand darin, einen Text in zehn Minuten zu ändern und mit verschiedenen Formatierungen nach Vorlage zu bearbeiten.

 

 

Stellvertretend nahmen die Schülerinnen (von links) Aysenur Emir, Hanna Dittrich und Lea Geißler (9. Klassen) die Urkunde entgegen.

Zum Erfolg gratuliert Lehrerin Rita Ganser (links).

 

 


Zeitzeugenvortrag

 

Jens Hase

 

1970 geboren im thüringischen Eisenach
1976 Besuch der polytechnischen Oberschule Eisenach
1985 Ausbildung zum Transport- und Lagerfacharbeiter im Automobilwerk Eisenach
1989 Flucht über die Prager Botschaft
am 1.10.1989 Eintreffen in der Bundesrepublik
Arbeiter in der Wanzl Metallwarenfabrik GmbH
2002 Ausbildung zum Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker
2006 Weiterbildungen
Seit 2009 Dozent und Ausbilder im Berufsbildungszentrum Augsburg GmbH (vorwiegend Jugendarbeit)

Quelle: https://www.zeitzeugenbuero.de/index.php?id=detail&tx_zrwzeitzeugen_zeitzeugen%5Buid%5D=297&tx_zrwzeitzeugen_zeitzeugen%5Bcontroller%5D=Zeitzeugen

 

 

So knapp kann das bisherige Leben von Jens Hase zusammengefasst werden. Wenn er selbst von seinen Erinnerungen an die Zeit zwischen 1970 und 1989 erzählt, sind zwei Schulstunden viel zu kurz. Inzwischen ist es zu einer schönen Tradition geworden, dass Jens Hase den Neuntklässlern der Maria-Ward-Realschule seine Eindrücke aus seiner Jugend in der DDR und seine Flucht über die Prager Botschaft schildert. Trotz drückender Hitze und beginnender Ferienstimmung saßen am 26. Juli 2018 die Schülerinnen 90 Minuten ruhig und hörten gebannt zu. Das Zischen beim Öffnen einer Wasserflasche wirkte da schon störend, denn schließlich ging es auch um die Schulzeit, die in der DDR so ganz anders verlief als bei uns heutzutage. Die Begrüßung der Lehrkräfte oder das Melden waren zum Beispiel sehr streng geregelt. Sympathien weckte auch, dass Jens Hase als typischer Jugendlicher gegen die Erwachsenen rebellierte. Er ließ sich die Haare lang wachsen und trug bunte Kleidung. Nur war ein solches Verhalten wesentlich folgenreicher als bei uns heute, das wurde allen Zuhörern bewusst. Sehr spannend ist auch die Geschichte seiner Flucht über die Prager Botschaft im Herbst 1989. Auf die Frage einer Schülerin, ob sich denn die ganzen Strapazen überhaupt gelohnt hätten, da doch wenige Wochen später die Mauer fiel, hatte Hase schon gewartet. Er antwortete mit einer Einschätzung des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher. Die Flüchtlinge der Prager Botschaft, die dann mit dem Zug durch die DDR in den Westen ausreisen durften, hätten durch ihr Handeln den Fall der Mauer vorangetrieben und ermöglicht.

Wir danken Jens Hase dafür, dass er sich jedes Jahr die Zeit nimmt, an die Maria-Ward-Realschule zu kommen.

Fachschaft Geschichte